Fernab jeder Romantik - Piraterie vor der Küste Somalias
Fernab jeder Romantik
Piraterie vor der Küste Somalias
Von Kerstin Petretto und David Petrovic

Moderne Piraterie ist fern jeder romantischen Verklärung der frühneuzeitlichen Freibeuterei auf See. Piraterie ist ein Verbrechen, meist sogar, wie im Falle der Piraterie vor Somalia, ein organisiertes Verbrechen: Somalische Piraten bedrohen die Freiheit der Seeverkehrswege, terrorisieren Schiffsbesatzungen, verursachen ökonomische Kosten und tragen zu einer Destabilisierung nicht nur Somalias, sondern auch der umliegenden Region bei. Das Leitmotiv der Piraten ist dabei nicht der Schutz der Küstengewässer- und Bewohner, sondern persönliche Bereicherung. Dies geht zu Lasten der Besatzungen und ihrer Familien, die oft monatelang, teils über Jahre, im Ungewissen bleiben über den Verbleib ihrer Familienangehörigen. Mehr als 3100 Seefahrer wurden nach Angaben des International Maritime Bureau (IMB) zwischen 2008 und 2011 Geiseln somalischer Piraten, waren Folter und Erniedrigungen ausgesetzt oder fanden den Tod. Obwohl Piraterie eng verflochten ist mit der Seefahrt, war es lange Zeit ein vernachlässigtes, beinah vergessenes Phänomen. Erst einige spektakuläre Entführungsfälle vor Somalia im Jahr 2008 lenkten den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit auf diese Form der Kriminalität – obwohl auch in den Jahren zuvor weltweit Schiffe angegriffen wurden. Der geografische Schwerpunkt hatte sich nur aus den scheinbar fernen Gewässern Südostasiens vor die "Haustür Europas" in die Hauptverkehrsader im globalen Handel verlagert: in den Golf von Aden und den Indischen Ozean. Gleichzeitig erfolgte eine Neuausrichtung der Piraterie: Während in Südostasien vornehmlich Schiffe und Yachten überfallen werden, um Waren und Bargeld zu erbeuten, und nur in seltenen Fällen Handelsschiffe samt Besatzung entführt werden, veränderte das somalische "Geschäftsmodell" die Perzeption von Piraterie erheblich. Es entwickelte sich mit steigenden Angriffszahlen, erfolgreichen Entführungen und enormen Lösegeldeinnahmen von einem ökonomischen Ärgernis zu einem Problem, das vitale Interessen vieler Staaten tangiert. In diesem Beitrag umreißen wir die Entwicklungslinien der Piraterie im Kontext der politischen Situation Somalias, zeigen Hintergründe und aktuelle Trends auf und weisen darauf hin, dass die Bekämpfung der Piraterie nicht nur rein militärischer Maßnahmen und der Unterstützung der Zentralregierung in Mogadischu bedarf, sondern vielmehr regionale und lokale Regime beziehungsweise Autoritäten eingebunden werden müssen.

Den gesamten Artikel finden Sie im Online-Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung, also hier



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Montag, 22. Mai 2017


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Online veröffentlicht am
02. Januar '13 um 22:39 Uhr (CET).


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